Ein Gespenst geht um in Deutschland – das Gespenst des „Angstsparens“. Nachdem wir im vergangenen Jahr bereits Franz Müntefering auf eine spannende Exkursion ins bunte Reich der Tiere begleiten durften, haben Politiker und einige Voodoo-Ökonomen seit einiger Zeit einen weiteren Schuldigen für die deutsche Malaise ausgemacht: den Konsumenten. Der nämlich, anstatt seinen staatsbürgerlichen Pflichten nachzugehen und den Schlager „Wir versaufen unser Oma ihr klein Häuschen“ zu seinem Lebensmotto zu machen, nimmt sich unpatriotischerweise die Frechheit heraus, sein Geld lieber zu horten. Daran, dass wir Exportweltmeister sind, so die wohlbekannte Argumentation dieser Tage, sähe man doch, dass Deutschland keine Strukturprobleme hätte. Unser Problem sei vielmehr, dass wir die eigene Lage so über alle Maßen schlecht reden, dass es irgendwann tatsächlich jeder glaubt, woraufhin die Bürger in Angstpsychosen verfallen und sich an jeden Cent klammern. Die Warnungen der Griesgrame und Miesepeter würden so zur selbsterfüllenden Prophezeiung. Die beste Wirtschaftspolitik müsste demnach wohl in der Zwangsverabreichung von Glückshormonen bestehen. (mehr…)