von Kristian Niemietz
Am 30. November erläuterte Gabor Steingart, Leiter des „Spiegel“-Hauptstadtbüros, den Studenten der Wirtschaftwissenschaftlichen Fakultät der Berliner Humboldt-Universität seine Deutung des Welthandels. Ein vollbesetzter Hörsaal lauschte seiner Vision eines Neuentwurfs der internationalen Handelspolitik. Steingart zufolge ist die gesamte westliche Welt derzeit im ökonomischen Abstieg begriffen. Er sieht sich allerdings weniger in der Rolle eines Untergangspropheten, sondern eher als der Überbringer einer „self-destroying prophecy“, einer Voraussage also, deren Eintreten genau dadurch verhindert wird, dass sie ausgesprochen wird. Was geht schief?

von Kristian Niemietz
von George Reisman
Ein Gespenst geht um in Deutschland – das Gespenst des „Angstsparens“. Nachdem wir im vergangenen Jahr bereits Franz Müntefering auf eine spannende Exkursion ins bunte Reich der Tiere begleiten durften, haben Politiker und einige Voodoo-Ökonomen seit einiger Zeit einen weiteren Schuldigen für die deutsche Malaise ausgemacht: den Konsumenten. Der nämlich, anstatt seinen staatsbürgerlichen Pflichten nachzugehen und den Schlager „Wir versaufen unser Oma ihr klein Häuschen“ zu seinem Lebensmotto zu machen, nimmt sich unpatriotischerweise die Frechheit heraus, sein Geld lieber zu horten. Daran, dass wir Exportweltmeister sind, so die wohlbekannte Argumentation dieser Tage, sähe man doch, dass Deutschland keine Strukturprobleme hätte. Unser Problem sei vielmehr, dass wir die eigene Lage so über alle Maßen schlecht reden, dass es irgendwann tatsächlich jeder glaubt, woraufhin die Bürger in Angstpsychosen verfallen und sich an jeden Cent klammern. Die Warnungen der Griesgrame und Miesepeter würden so zur selbsterfüllenden Prophezeiung. Die beste Wirtschaftspolitik müsste demnach wohl in der Zwangsverabreichung von Glückshormonen bestehen.
Innerhalb des libertär-liberalen Lagers kämpfen seit langem zwei ökonomische Schulen um die Meinungsführerschaft. Auf der einen Seite steht die Chicago School mitsamt den zahlreichen aus ihr hervorgegangenen, wie den Supply Siders und der Public Choice-Schule, auf der anderen Seite steht die Österreichische Schule. Da die „Austrians“ zweifellos die konsequenteren Marktwirtschaftler sind, gelten sie gerade vielen Libertären oft automatisch als die „besseren Liberalen“. Ganz angebracht ist das nicht, denn in den vergangenen Jahrzehnten war es die Chicago School, die die größeren Verdienste in der Verbreitung marktwirtschaftlicher Ideen für sich reklamieren konnte. Beide Schulen zerfallen jeweils in eine Hauptlinie und verschiedene Seitelinien, die sich oft deutlich voneinander unterscheiden. Auf diese einzugehen würde hier den Rahmen sprengen. In einer vereinfachten Betrachtung soll trotzdem die Frage angeschnitten werden, welche Schule in welchen Bereichen ihre Vorzüge hat.
Jagdish Bhagwati, Professor an der Columbia University in New York, hat in einem von der
George Reisman
Die
Neben Marx hat wohl kaum ein Wirtschaftsexperte bzw. einer, der sich für einen solchen hielt, das Leben der Menschen so stark beeinflusst wie John Maynard
Die Stiftung Warentest wird zu mindestens 20% vom Staat finanziert, so eine 

